Endometriose in der Gesellschaft

Endometriose in der Gesellschaft. Soll ich zu der Party hingehen oder doch lieber zu Hause bleiben? Muss ich daneben sitzen und ihnen beim leckeren Essen zuschauen oder darf ich auch mal eine Ausnahme machen? Das Thema Endometriose in der Gesellschaft ist ein großer innerer Konflikt für Betroffene, erst Recht, weil es so viele unterschiedliche Wege gibt damit umzugehen und es dabei kein richtig oder falsch gibt.

Ich habe lange überlegt, wie ich diesen Beitrag schreiben soll, denn den perfekten Weg habe ich selbst noch nicht zu 100% gefunden. Endometriose in der Gesellschaft. Für mich ist dieses Thema, gerade auch wegen der Ernährungsumstellung, unglaublich komplex. Immer wieder habe ich deshalb innere Konflikte.

Suche Dir die Menschen in Deinem Umfeld aus

Ich glaube wichtig ist, dass Du Dir Menschen aus Deinem Umfeld suchst, die Dir Rückhalt geben, die mit Dir zu Hause Deine Gerichte kochen und mit denen Du ohne ein schlechtes Gefühl zu haben einen unbeschwerten Abend verbringen kannst. Und die auch verstehen, wenn Du ein Treffen absagen musst, weil Du Schmerzen hast.

Werde Dir bewusst, wie kostbar solch ein Rückhalt in dieser Lebensphase ist. Daher versuche solch eine Freundschaft zu stärken und vorerst weniger Zeit mit denen zu verbringen, die Dich eher runterziehen und nicht mit Dir Deinen Weg gehen wollen oder können.

Die Party Situation

Man kennt’s: Du wirst zu einer Party eingeladen und möchtest nicht schon wieder absagen. Hast allerdings keine Lust, dabei zuzusehen, wie Deine Freunde Alkohol trinken und Snacks essen, auf die Du verzichten musst. Um dann um 11 Uhr zu sagen, dass Du abhaust, weil Du Schmerzen hast oder müde bist. Dann geht das große grölen los – sie sind enttäuscht, dass Du kaum noch da bist und dann auch nur kurz bleibst. Das ist zumindest meist das Gefühl, was bei einem nach so einer Party übrig bleibt, wenn man so aus der Reihe tanzt.

Es ist so schwierig für außenstehende zu verstehen, weshalb Du Dich so verhältst. Das verunsichert Dich und Du kriegst Zweifel, ob das alles so richtig ist. Andererseits hast Du nun mal Deine Gründe für dieses Verhalten. Wenn Du Dich unwohl fühlst oder Schmerzen hast, dann geht Deine Gesundheit nun mal vor und es ist quatsch, dann aus schlechtem Gewissen zu sagen, Du gehst zu der Party, weil Du letztes Mal schon nicht dabei warst.

Du musst lernen auch ein wenig egoistischer zu sein. Es geht um Deine Gesundheit und darum, Deinen Einklang mit Dir selbst zu finden. Bleibe zu Hause, wenn Du diesen Inneren Konflikt gerade nicht bewältigen kannst. Gehe zu einer Party, wenn Du Dich stark genug fühlst. Nehme Dir Snacks mit, die Du essen kannst und am Besten eine Wasserflasche, die Du in der Hand halten kannst. Das gibt Dir unterbewusst das Gefühl von Zugehörigkeit und Sicherheit.

Essenseinladungen

Anfangs habe ich versucht bei jeder Einladung selbst das Buffet oder einzelne Speisen mitzubringen. Da die meisten, leckeren Gerichte, die jeder mag, wie zum Beispiel glutenfreie Pizzabrötchen mit selbst gemachtem Teig und selbst gemachter Paprikasoße:

  1. sehr aufwendig waren
  2. mir inneren Stress bereiteten, weil ich Angst hatte, jemand sagt, dass es nicht schmeckt. Nicht, weil ich keine Kritik ab kann sondern, weil ich mir dann wieder dachte: „Du hast gut reden, ich darf halt keine richtige Pizza essen“ und es mir das Gefühl gibt, „die anderen dürfen leckere Sachen essen und ich nicht“.
  3. es wahnsinnig teuer ist, da die Zutaten teurer, als die klassischen Zutaten sind. Und bei dem Kochen von großen Portionen dann erst recht.

Mein Tipp: Nimm Dir einfach Dein eigenes Essen mit und sprich es mit dem Gastgeber ab. So etwas wie Hirse Salat mache ich dann meist doch für alle. Der geht schnell und unkompliziert und geht nicht allzu sehr auf die Kosten.

Essen gehen

Ein Riesen Thema für mich. In unserer Familie sind häufige Familienzusammenkünfte beim Griechen, an der Tagesordnung. Damals habe ich es geliebt.

Heute kommt der Innere Konflikt. Schaffe ich es daneben zu sitzen und standzuhalten, wenn die anderen leckere Speisen und Wein genießen können und ich nur Salat oder helles Fleisch mit Reis essen darf? Einige Monate habe ich genau das getan und merkte schnell, wie meine Laune in den Keller rutschte. Ich hatte gar keine Lust mehr auf solche Gesellschaft Zusammenkünfte und wollte am liebsten gar nicht erst hin gehen.

Nun sind drei Monate vergangen nach meiner Ernährungsumstellung. Ich habe das Gefühl, dass meine Lebensmittelintoleranzen nach und nach besser werden. Und die Pille, die ich durchgehend nehme, so langsam ihre Wirkung zeigt. Denn die Schmerzen sind nicht mehr so extrem, wie zu Beginn. Die bewusste Stressreduzierung spielt hierbei sicherlich auch eine Rolle. Nun ja, lange Rede kurzer Sinn. Ich habe für mich herausgefunden, dass ich trotz des ganzen Verzichts auch auf meine Seele schauen muss und so auch dem Stress, den ich mir bei den inneren Konflikten mache, am Besten aus dem Weg gehe. Wie ich das mache? – Ich mache Ausnahmen – Das bedeutet ich Wege ab indem ich mir folgende Fragen stelle:

1. Wie geht es mir gerade psychisch – bin ich gerade stark oder brauche ich Seelenfutter?
2. Wie geht es mir gerade physisch – habe ich bereits Schmerzen?
3. Lohnt es sich heute eine Ausnahme zu machen – oder gibt es schon bald einen anderen, größeren Anlass dafür?

Natürlich solltest Du darauf achten, nicht ständig Ausnahmen zu machen. Denn dann gerät man schnell wieder in den Kreislauf des durchgehenden Unwohlseins und der Schmerzen. Wie bei allem in der Ernährung, gilt auch hier: in Maßen genießen!

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